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Der Flachhuf

Flachhuf

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Betrachtet man einen Huf von der Seite, so sollten die Zehen-/Fesselachse, somit auch die Hornröhrchen der Zehen- und Trachtenwand annähernd im gleichen Winkel in Richtung Boden streben. Verläuft der Winkel der Zehenwand jedoch flacher als die Fessel und die Trachtenendkante gleichzeitig flacher als die Zehenwand, so spricht man von einem Flachhuf (Abb. 1).

 

Der Huf hat untergeschobene oder untergezogene Trachten, er ist zu spitz gewinkelt. Häufig findet man an solchen Hufen divergierende Hornrillen oder besser gesagt fühlbare Hornringe, die an der Trachte sichtbar in Richtung Boden streben (Abb. 2 und 3).

 

Durch das Unterschieben der Trachten und insbesondere durch unbearbeitete Eckstreben beult sich das davor liegende Wandhorn häufig kotflügelartig nach außen. Betrachtet man den Huf von unten, wirkt er herzförmig. Das Horn im Bereich der "Ausbeulung" ist oftmals schon vor Erreichen des Bodens zerstört

 

  

Vor dieser Beule liegt in den meisten Fällen ein Ermüdungsriss, der die unterschiedliche Belastung von Wandanteilen, und die Not des Wandhorns dieses auszugleichen, kennzeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wie entsteht ein Flachhuf ...?

 

 

 

 

 

Wie entsteht ein Flachhuf . . . .

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Die Entstehung eines Flachhufs ist ein Prozess der damit eingeleitet wird, dass der Huf die Tragefunktion der Zehenwand allmählich verliert.

 

Das ist durch unterschiedliche Arten der konventionellen Hufbearbeitung - sowohl unter Eisen, als auch barfuss - möglich. Nachfolgend einige Fallbeispiele, die jedoch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erfüllen sollen. 

 

      Unter Hufeisen:

1.

 

 

 

 

 

 

die Umbeschlagsintervalle sind länger als 4 - 6 Wochen (Abb. 4)

 

Dadurch erfährt der Huf zu lange keinen (künstlich herbeigeführten) Abrieb an der Zehe, sondern ausschließlich im Trachtenbereich. 

Dadurch bleiben die Trachtenendkanten auf einer akzeptablen Länge, im Zehenbereich kann das Wandhorn jedoch ungehindert weiter wachsen und zieht das Hufeisen förmlich unter dem Huf nach vorne heraus. Im schlimmsten Fall haben nun die Trachten keinen Kontakt mehr zum Hufeisen, rollen sich unter der Last nach innen ein und verlieren mit der Zeit die tragfähige Stellung zum Boden. 

 

Sie schieben unter, legen sich flach, brechen unter dem übergroßen Gewicht zusammen. Um nun wieder eine tragfähige Trachte herzustellen muss diese zusätzlich zum natürlichen Abrieb gekürzt werden. Hat jedoch die Zehenwand aufgrund nachlässiger Bearbeitungsintervalle schon ihre tragfähige Stellung zum Boden verloren und die Hornröhrchen liegen mehr als sie stehen, kann das Horn der Zehenwand nicht mehr adäquat gekürzt werden und die Hufwinkelung wird nach und nach immer flacher. 

Die Trachten werden immer kürzer bzw. schieben immer weiter unter da die Zehenwand durch die Überlänge ihrer Tragfähigkeit beraubt wird.

2.

der Huf wird ständig bullnasig geschmiedet

Bei einem Pferd mit offensichtlich zu langer Zehe (zu flachem Huf) wird das Eisen zurückgelegt und das überstehende Zehenwandhorn verkürzt. Zur Unterstützung wird das Hufeisen oft weit nach hinten herausgelegt, bringt dadurch jedoch höheren Druck auf die Trachtenendkanten, die diesem nicht mehr standhalten und einrollen bzw. unterschieben. 

Der Huf kann nun im Bereich der vorderen Zehenwand keine Tragefunktion mehr ausüben, da kein Tragrand mehr vorhanden ist. Dem Pferd wird zwar das Abrollen erleichtert, aber durch das Fehlen des Tragrandes sind die übrigen Bereiche des Hufes, Seitenwände und Trachten, stark überbelastet. 

Es kommt fast zwangsläufig zu untergeschobenen Trachten und aufgrund dessen zu herausgebeulten Seitenwänden. Meistens findet sich an solchen Hufen ein im Seitensegment hochgeschobener Kronsaum.

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beim Barhuf:

 

Unvollständige hufpflegerische Bearbeitung:

 

Die herkömmliche Hufbearbeitung beschränkt sich auf die Säuberung des Strahlkörpers im Bereich der seitlichen und mittleren Strahlfurchen und das Entfernen von zu starken Sohlenwülsten rechts und links der Strahlspitze. Die Eckstreben bleiben häufig unangetastet, ebenfalls das Sohlenhorn.

Die tragende Hornwand eines jeden Pferdehufes weist an gewissen Stellen unterschiedliche Wandstärken auf: An den Seiten- und Trachtenwänden dünner um Hufmechanik zuzulassen, die Zehenwand dick, unflexibel und tragfähig. 

Bleibt der Huf länger ohne Bearbeitung unterbleibt der normale Hornabrieb. Dieser findet nur noch im Bereich der seitlichen und der Trachtenwände statt. 

Unter diesen Bedingungen erfährt der Huf ausschließlich im hinteren Bereich (dieser ist der Hufmechanik in erhöhtem Maße ausgesetzt) einen natürlichen Hornabrieb. Das massive Horn der Zehe bleibt erhalten und wird immer widerstandsfähiger gegen Hornabrieb und kippt den Huf mit der Zeit immer weiter nach hinten/unten. Ein Flachhuf entsteht.

 

 

Manipulation in Richtung des "bodenparallelen Hufbeins"

 

Durch Kürzen der Trachten und Nichtbearbeitung der Zehenwand wird der Huf ebenfalls nach hinten/unten gekippt. 

Die Zehen-/Fesselachse wird durch aktives Kürzen der hinteren Hufanteile nach hinten gebrochen. Der Zug auf die tiefe Beugesehne abrupt erhöht, Sehnen- und Strahlbeinprobleme sind vorprogrammiert, sofern beim behandelten Pferd nicht schon eine bereits vorliegende Schwäche im Bereich der tiefen Beugesehne vorliegt oder das Pferd dementsprechend flach und weich gefesselt ist.

 

 

Zu geringer Hornabrieb bei Hufen mit schrägen Seitenwänden

 

Bei schrägen Seitenwänden, die einer stärkeren Pendelwirkung nach vorne/außen ausgesetzt sind als Hufe mit steilen Wänden, erfolgt die Hornabnutzung in den meisten Fällen durch Wegbrechen des Tragrandes. Dieses jedoch nicht gleichmäßig. 

Durch diese unregelmäßigen Wandausbrüche wird die Last ebenfalls unregelmäßig auf den Huf verteilt, die noch bestehenden Wandanteile verlieren ihre physiologische Winkelung zum Boden - sie pendeln nach außen oder vorne heraus, der Huf wird flacher und verliert an Sohlenwölbung.

 

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